Alles im Rahmen – 10 Tipps für die Wahl des richtigen Rahmens

Der richtige Rahmen ist wichtig, um ein Bild in Szene zu setzen„Ein Bild ohne Rahmen ist wie ein Körper ohne Seele.“ meinte bereits Vincent van Gogh und er hatte vollkommen Recht damit. Der Rahmen spielt in so vielen Fällen eine tragende Rolle, eine der wichtigsten natürlich bei der Präsentation eines Kunstwerkes. Damit du in Zukunft alle deine Werke zuhause richtig in Szene setzen kannst und nicht aus dem Rahmen fällst, hier 10 Tipps, wie du den besten Rahmen wählst und wie die Rahmung sauber und schnell funktioniert.

1. Die Rahmenart

Rahmen ist ja nicht gleich Rahmen. Hier ein rasches 1×1 der Rahmenlehre. Man unterscheidet zwischen drei Rahmengruppen:

  • Glasrahmen
  • Leerrahmen
  • Schattenfugenleiste.

Bei erstem gibt es noch die Unterscheidung zwischen Glaswechselrahmen, Vitrinenrahmen und Objektrahmen.

Für Fotografien und Kunstdrucke eignen sich am besten Glaswechselrahmen oder Vitrinenrahmen. Hier wird das Bild vom Glas fixiert und geschützt. Beim Vitrinenrahmen besteht zusätzlich noch ein Leerraum zwischen dem Bild und der Glasscheibe, somit erreicht man ein weitere Tiefe. Diese Methode wird meist in Galerien verwendet.

Für Ölgemälde eignet sich ein Leerrahmen. Somit kommt die Struktur des Bildes gut zur Geltung. Bei Leinenbildern eignet sich eine Schattenfugenleiste. Das ist eine Holzleiste in L Form, in die das Bild eingesetzt wird und zwar so, dass ein kleiner Freiraum zwischen Bild und Leiste bleibt. Die Schattenfugenleiste ist nicht nur ein optisch schönes Element und lässt selbst Leinendrucke hochwertig aussehen, sie gibt dem Bild noch zusätzlichen Halt und verhindert, dass sich das Bild über die Jahre verzieht.

2. Der Rahmenstil

Zu Ölgemälden passen dunkle Holzrahmen mit Struktur oder Rahmen in Antikoptik am besten.

Hier gibt es einfache Grundregeln. Für Fotografien empfiehlt es sich, schmale eckige Leisten aus Holz oder Alu zu nehmen. Für Kunstdrucke, Aquarelle oder Bilder in Pastelltönen sind ebenfalls schmälere Leisten empfehlenswert, hier allerdings nur aus Holz oder aus sehr hochwertigen Metallen. Zu Ölgemälden passen dunkle Holzrahmen mit Struktur oder Rahmen in Antikoptik am besten. Man sollte wenn möglich immer zu Rahmen aus Echtholz greifen, da sie länger halten und stabiler sind.

3. Die Rahmenfarbe

Das ist selbstverständlich Geschmacksache. Gerne werden die Farben Schwarz, Weiss oder Natur verwendet, da sie am neutralsten sind und dem Werk sozusagen nicht die Show stehlen.

Rahmen in Eiche Natur zeigen meist die feinste Holzmaserung und sind zeitlos schön. Weiß lasierte Rahmen eignen sich sehr gut für farbenfrohe Bilder. Schwarz ist sehr gut für schwarz-weiss Fotografien und dezente Werke. Aktuell liegen dünne Rahmen in Gold, Bronze oder Messing voll im Trend.

4. Die Rahmengröße

Natürlich gibt das Bild die Rahmengröße vor. Sollten man jedoch eine Fotografie oder einen Kunstdruck rahmen wollen, kann man ein Passepartout verwenden und so vergrößert sich der Rahmen. Speziell kleine Bilder im Format unter 10x10cm verlangen nach einem überproportional breiten Passepartout und somit einem größeren Rahmen.

5. Das Schrägschnitt  „Passepartout“

Das Passepartout ist ein säurefreier Karton mit einem Innenausschnitt in der Größe des Bildes bzw. meist 2-5 mm kleiner als das Werk selbst. Es dient dazu, die Betrachtung auf das Kunstwerk zu fokussieren während es gleichzeitig das Kunstwerk schützt, einerseits vor dem Glas andererseits vor Ausdünstungen aus dem Rahmenholz. Das Passepartout bindet die Schadstoffe und sie erreichen somit das Kunstwerk nicht.

Es dient dazu, die Betrachtung auf das Kunstwerk zu fokussieren.

Das Passepartout sollte mit zunehmender Motivgröße schmäler werden. Allerdings wirken Passepartouts unter 3cm nicht besonders schön und hochwertig. Farblich sollte das Passepartout natürlich zum Werk passen. Mit Weiss kann man nicht sehr viel falsch machen. Passepartouts mit Struktur machen sich sehr gut mit älteren und schwarz weiss Fotografien. Glatte Passepartouts sind moderner und passen gut zu aktuellen Fotografien und Illustrationen.

6. Das Glas

Glasrahmen gibt es mit Acryl-, Echt- oder Museumsglas. Acrylglas ist die bruchfeste Methode, allerdings ist die Spiegelung nicht ideal und das Material ist häufig nicht sehr kratzfest. Echtglas ist die geeignetere Variante. Museumsglas ist entspiegeltes Glas, das heisst es reflektiert nicht. Dieses Material ist nicht sehr kostengünstig, allerdings gibt es Fälle, in denen es sich durchaus bezahlt macht, da das Werk somit am besten sichtbar ist.

7. Bild ins Passepartout

Genug der Materialkunde jetzt geht’s ans Werk. Sobald man sich für ein Passepartout entschieden hat, kann man das Bild ans Passepartout befestigen. Man klebt allerdings nur die Oberkante des Bildes an das Passepartout und lässt die Unterkante unbefestigt, damit sich das Bild gut aushängen kann und nicht mit der Zeit wellt. Am besten man verwendet ein doppelseitiges Klebeband mit guter Haftung.

So wird ein Bild am Passepartout befestigt

8. Vorbereitung des Rahmens

Glaswechselrahmen können aufgrund der Federhalterungen ganz leicht geöffnet und wieder verschlossen werden. Nachdem man die Rückenwand gelöst hat, muss die Innenseite das Glases mit einem silikonfreien Glasreiniger gereinigt werden. Das Bild darf erst unter das Glas gelegt werden, wenn das Glas vollkommen getrocknet ist.

9. Bild staubfrei einlegen

Man kann nun natürlich das Passepartout mit Bild kopfüber auf das Glas legen und alles verschließen. Sobald aber ein Haar oder Staubrest im Bild ist, muss man wieder alles öffnen und das kann leicht zu einem Sisyphus Akt werden. Folgende Methode ist ratsamer: Leg ein dickes Buch auf den Tisch. Das Buch sollte ca. ein drittel kleiner als die Rahmenrückwand sein. Dann leg die Rückwand darauf. Anschließend leg das Passepartout mit Bild darauf. Entferne alle Staubreste. Dann platziere die Glasscheibe darauf und stell sicher, dass keine Staubreste mehr zu finden sind. Sollte sich doch etwas eingeschlichen haben, schieb das Glas vorsichtig hin und her und entferne alle Staubreste. Somit erspart man sich das ständige umdrehen und sieht alles auf einem Blick. Zuletzt den Holzrahmen darauf und alles verschließen. Profis verwenden zum Einrahmen dünne Baumwollhandschuhe damit man keine Fingerabdrücke sieht. Das ist nicht zwingend notwendig, du kannst die Abdrücke auch nachher entfernen.

So legst du das Bild richtig in den Rahmen

Mit Handschuhen kannst du das BIld leichter richtig einrahmen

10. Reinigen, Aufhängen und Bestaunen

Nun wird die Vorderseite des Glases gereinigt und das Bild kann aufgehängt werden. Und wie immer, der schönste Schritt zuletzt – zurücklehnen, bestaunen und genießen.

Mit dem richtigen Rahmen kommt ein Kunstwerk erst richtig zur Geltung

 

Flo Hildwein ist Gründerin und Geschäftsführerin der Online Kunstgalerie INSPiKED. Die Marketingexpertin hat sich dazu entschlossen, nach über 10 Jahren in Großunternehmen ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und leistbare zeitgenössische Kunst online zu vertreiben und jungen unbekannten Künstlern eine Plattform zu bieten.