Die Kosten einer neuen Mietwohnung – die Top 10 Auflistung

mietwohnung kosten

Du hast über zoomsquare eine Wohnung gefunden und willst den Vertrag unterschreiben? Und jetzt stehst du da und denkst dir „Natürlich, der Betrag der im Mietvertrag steht“, dann solltest du nochmal nachgrübeln und rechnen: Mietvertragsvergebührung, Kaution, Strom & Gas, den Internetanschluss, etc. sind leider nicht gratis. Zusammen mit dem Kostenvergleichsportal Durchblicker.at haben wir eine einfache Kostenübersicht für euch erstellt.

Wer sich überlegt in eine neue Mietwohnung zu ziehen, der sollte sich neben Größe, Lage und Ausstattung auch Gedanken über das Budget machen. Und zwar nicht nur über den neuen monatlichen Mietpreis – inklusive Fixkosten wie Strom & Gas – sondern auch über die Kosten, die einmalig für eine neue Wohnung anfallen. Wir reden hier nicht von neuen Möbeln oder Umzugskosten (obwohl man die auch bedenken kann), sondern von den Dingen, um die man teilweise nicht herumkommt.

Zückt also Stift, Zettel, Taschenrechner und eure Unterlagen: Hier kommt die Liste mit den Kosten für einen neue Mietwohnung.


1) Mietvertragsvergebührung (einmalig)

Dieser Betrag ist an das Finanzamt zu bezahlen. Der Vermieter oder die Vermieterin müssen die Höhe der Vergebührung selbst berechnen. Es kann dann vereinbart werden, wer diese Kosten trägt, meist ist es jedoch der Mieter.

Unbefristeter Mietvertrag: 1% des DREIfachen Jahresbruttomietzinses
Befristeter Mietvertrag (<3 Jahre): 1% des Mietzinses der gesamten Vertragsdauer
Befristeter Mietvertrag (>3 Jahre): 1% des DREIfachen Jahresbruttomietzinses

Mehr Infos zur Mietvertragsvergebührung findest du hier.


2) Mietvertragserrichtungskosten

Manchmal werden von Hausverwaltungen oder Vermietern Kosten für die Bearbeitung in Rechnung gestellt. Es gibt aber keine Rechtsgrundlage dafür.
Solche Kosten sind im Vollanwendungsbereich des MRG NICHT zulässig. Wenn also der Mietvertrag für deine neue Mietwohnung im Vollanwendungsbereich des MRG liegt, dann zahl es nicht !
Sollte so etwas von dir verlangt werden, checke vor der Zahlung ab, ob es überhaupt rechtmäßig ist.


3) Mietzinsvorauszahlung

Diese Kosten kommen eher selten vor, aber doch. Der Vermieter kann eine Vorauszahlung der Miete für die neue Mietwohnung in vereinbarter Höhe verlangen, die auf die Miethöhe angerechnet wird. Zum Beispiel wird einen gewissen Zeitraum lang ein geringerer Mietbetrag bezahlt. Mehr Infos wann dies rechtens ist, findest du auf help.gv.at


4) Kaution

Die Kaution dient dazu, den Vermieter vor etwaigen Schäden in der Wohnung zu schützen bzw. auch die Zahlung der Miete zu sichern. Sie beträgt normalerweise drei Bruttomonatsmieten; das ist die Nettomonatsmiete inklusive Betriebskosten und 10% Steuer.
Die Kaution kann als Sparbuch, als Überweisung an den Vermieter oder bar übergeben werden. Wenn du sie bar übergibst, muss das Geld in einem Sparbuch oder ähnlich fruchtbringend angelegt werden.
Zu Ende des Mietvertrages bekommst du die Kaution abzüglich eventuell angerichteter Schäden zuzüglich Zinsen zurück.
Tipp: Beim Einzug den Zustand der neuen Mietwohnung genau dokumentieren, am Besten fotografieren und gegenzeichnen lassen!!


5) Provision

Viele Mietverträge kommen über Immobilienmakler zustande. Ist das Geschäft erfolgreich abgeschlossen, bekommt er oder sie eine Provision in folgender Höhe:

Befristung bis drei Jahre: 1 Bruttomiete* + 20% USt
Befristung über drei Jahre bis unbefristet: 2 Bruttomieten* + 20% USt

*Bruttomiete = Nettomiete + Betriebskosten (exkl. USt.)


6) Ablöse

Eine Ablöse kann vom Vermieter nur verlangt werden, wenn er oder sie den Vormietern tatsächlich Investitionen abgegolten hat.
In diesem Fall solltest du verlangen, dass dir die Rechnung vorgelegt wird.
 Auch die Vormieter können eine Ablöse zB für Möbel verlangen. Dabei handelt es sich aber um einen Kauf, bei dem der Preis den aktuellen Wert nicht übersteigen darf. Als Mieter oder Mieterin einer neuen Mietwohnung ist man übrigens nicht verpflichtet, Möbel zu überhöhten Preisen zu übernehmen.


7) Betriebskosten

Der Anteil der Betriebskosten an der Bruttomonatsmiete MUSS im Mietvertrag (nach MRG/WGG) – angegeben werden. Ausnahme hierbei sind Pauschalmietverträge.
Zulässige Betriebskosten laut österreichischem Mietrecht sind:

  • Versicherungen: Haushalt, Haftpflicht, Feuer, Leitungswasserschäden
  • Glasbruch und Sturmschäden (nur wenn mehr als 50% der Mieter zustimmen, im Vollanwendungsbereich des MRG)
  • Wasser und Abwasser und alle damit verbundenen Kosten wie zB eine Wasserdichtheitsprüfung
  • Kanalräumung
  • Müll
  • Kaminreinigung
  • Entrümpelung von abgestelltem Zeug
  • Schädlingsbekämpfung
  • Strom für Beleuchtung des Stiegenhauses und sonstiger Gemeinschaftsflächen
  • Verwaltungshonorar
  • Hausbesorger und Reinigung
  • Öffentliche Abgaben
  • Betriebskosten von Gemeinschaftsanlagen, zB Lift, Spielplatz oder Waschküche.

8) Energiekosten

Eine neue Wohnung ist ein guter Anlass, um sich über die Energiekosten zu informieren. Der Online-Checker von Durchblicker hilft dir dabei.
Als Faustregel gilt: Etwa 40 Euro Stromkosten pro Monat für zwei Personen. Und ungefähr 100 Euro pro Jahr pro Quadratmeter. Kommt aber natürlich auf deinen Verbrauch an.


9) Internet/TV/Telefon

Hier sind nicht nur die monatlichen Fixkosten, sondern auch die Herstellungskosten zu beachten, die je nach Anbieter bei rund 50 Euro liegen. Fast immer gibt es aber Aktionen, die mit gratis Herstellung locken.
Wenn du früh genug Bescheid gibst, kannst du auch deinen alten Vertrag mit in die neue Wohnung nehmen. Wenn alle Leitungen vorhanden und intakt sind, kommen keine zusätzlichen Kosten auf dich zu.


10) Abschläge und Zuschläge

Für unterschiedliche Dinge kann es zu Abschlägen oder Zuschlägen eures Mietzinses kommen (allerdings nur im Vollanwedungsbereich des MRG).
Zum Beispiel gilt bei einer Befristung ein Abschlag von 25%.
Über alle Kriterien könnt ihr euch bei der Mietervereinigung informieren.


Kommt euch eure aktuelle Wohnung nach der ganzen Rechnerei doch noch recht passabel vor? Kann man noch ein paar Jahre aushalten, oder? 😉 Nein, lasst euch nicht abschrecken. Es gibt meist noch Sparpotenzial. Vergleicht bei Durchblicker eure sonstigen Fixkosten, wie Strom, Gas oder Haushaltsversicherungen.

Oder seit ihr skeptisch mit eurer Miete? Dann schaut euch zum Beispiel den Mietzinsrechner (gilt bei Verträgen im MRG) an und findet heraus, ob ihr zu viel Miete für eure m² bezahlt.

Bevor ihr euch mit eurem Vermieter vor Gericht oder vor der Schlichtungsstelle trefft. Klärt euren Sachverhalt mit einem Anwalt oder eine Mietervertretung ab, dann seid ihr von Experten betreut.

Thematik Links zum nachlesen
Miet­ver­trags­ver­ge­büh­rung Info der AK
Miet­ver­trags­er­rich­tungs­kos­ten help.gv.at Info Link
Miet­zins­vor­aus­zah­lung help.gv.at Info Link
Kau­tion help.gv.at Info Link
Provision help.gv.at Info Link
Ablöse help.gv.at Info Link
Betriebs­kos­ten Info der AK
Ener­gie­kos­ten Durchblicker Kostenvergleich
Internet/TV/Telefon Durchblicker Kostenvergleich
Abschläge und Zuschläge Mietervereinigung Info Link

Zum Schluss haben wir noch eine coole Infografik von österreichs größtes Tarifvergleichsportal, Durchblicker, die euch hilft noch mal an Fix-Kosten zu sparen. Hier geht’s zum Fixkosten Spar-Guide ⇒ www.zsq.me/fixkostensparguide

Katharina Lehner hat zoomsquare im Internet entdeckt, als sie nach Start-ups gesucht hat. Seitdem ist sie immer wieder mit an Board, wenn es um Texte geht. Seit einiger Zeit schreibt sie hier regelmaessig mal informative, mal lustige Blogartikel. Hauptberuflich macht sie etwas mit Medien und dem Internet.