Grillen am Balkon – ist das erlaubt?

grillen am balkon

(c) Flickr / dirkvorderstrasse

Den Grill am eigenen Balkon anzuwerfen ist gesetzlich nicht verboten, trotzdem sollten einige Dinge beachtet werden. Vor allem im Sinne des nachbarschaftlichen Friedens.

„So cool! Endlich können wir im Sommer Leute zum Grillen einladen!“ Vermutlich der erste Satz, der fällt, sobald man zu den Glücklichen gehört, die in der Stadt eine Wohnung mit Balkon ergattert haben. Man schafft sich einen Grill an, schafft saftige Koteletts, frische Kartoffeln, knackige Radatz Würstel und erfrischendes Bier ins Haus und lädt Freunde ein. Kaum glüht die Kohle im neuen Grill, meldet sich der Nachbar von der Wohnung darüber: „Sie wissen aber schon, dass Grillen hier nicht erlaubt ist?!“ Stimmt das?

Grillen am Balkon – Gesetzlich erlaubt

Grundsätzlich ist das Grillen am Balkon gesetzlich erlaubt. Egal ob Miet- oder Eigentumswohnung. Egal ob Elektro- oder Holzkohlegrill. Folgende Dinge müssen jedoch erfüllt werden:

  • Fachmännische Ausübung: Für die Grillerei muss eine geeingnete Grillvorrichtung bereit stehen. Es darf keine Feuerstelle am Boden eingerichtet werden.
  • Kein Verbrennen von Müll.
  • Ruhezeiten einhalten: Von 22 bis 6 Uhr Früh hat jeder das Recht auf Schlaf. Das gilt vor allem, wenn man sich nicht alleine Würstchen brät, sondern eine Grillparty veranstaltet, bei der es auch lauter werden könnte.

Individuelle Regelungen

Zusätzlich zum Gesetz kann es noch individuelle Regelungen geben, die beachtet werden müssen. Diese finden sich bei Mietwohnungen im Mietvertrag: Der Vermieter kann das Entzünden von Feuer auch am Balkon untersagen. Zusätzlich sollte man einen Blick in die Hausordnung werfen. Das gilt für Mietwohnungen genauso wie für Eigentumswohnungen – bei letzteren werden die Regeln durch den Großteil der Mieter festgesetzt. Auch hier kann man Einschränkungen oder Verbote zum Thema Grillen finden.

Nachbarschaftsliebe

Schränken weder Gesetz, noch individuelle Regelungen das Grillen ein, hat man quasi freie Fahrt. Trotzdem sollten die Regeln des menschlichen Zusammenlebens eingehalten werden. Nachbar oder Nachbarin müssen die Grillerei akzeptieren, wenn sich keine übermäßige Beeinträchtigung dadurch ergibt – sei es, dass es zu einer übermäßigen Qualmbildung kommt oder dass sieben Tage die Woche gegrillt wird. Generell gilt auch die Ortsüblichkeit: Man kann davon ausgehen, dass wenn niemand im gemeinsamen Hof grillt, es dann auch ortsunüblich ist.
Als Nachbar, der sich zu stark belästigt fühlt, hat man die Möglichkeit sich an den Vermieter zu wenden. Bei Eigentumswohnungen kann die Hausgemeinschaft den Ausschluss eines unangenehmen Genossen beschließen.

Da wir aber starke Befürworter von Nachbarschaftsliebe sind, empfehlen wir, folgende Punkte zu beachten, wenn ihr am Balkon Grillen möchtet:

  • Den Nachbarn Bescheid geben – vor allem, wenn man eine größere Party plant.
  • Wein, Schokolade oder eine Einladung mitnehmen, wenn man die Nachbarn verständigt. 😉
  • Die Ruhezeiten einhalten.
  • Prüfen, wo der Rauch hinzieht.
  • Nicht jeden Tag Grillen.

Beachtet ihr diese Punkte, steht einem ungestörten Würstl-Genuss nichts im Wege.

Quelle: D.A.S.

Katharina Lehner hat zoomsquare im Internet entdeckt, als sie nach Start-ups gesucht hat. Seitdem ist sie immer wieder mit an Board, wenn es um Texte geht. Seit einiger Zeit schreibt sie hier regelmaessig mal informative, mal lustige Blogartikel. Hauptberuflich macht sie etwas mit Medien und dem Internet.